1. Geltungsbereich und Anbieter
Diese AGB gelten für die Nutzung der FollowOP-Anwendungen (iOS, Android, Praxis-Web unter followop.de) zwischen Nutzerinnen bzw. Praxisteams und dem Plattformbetreiber INSIDE Enterprises GmbH & Co. KG, Berlin („Anbieter“), soweit nicht individuelle Vereinbarungen mit der Klinik Vorrang haben.
„Nutzerin“ im Sinne dieser AGB ist jede natürliche Person, die die Patientinnen-App nutzt. „Organisation“ / „Klinik“ ist die behandelnde Praxis oder Klinik, die FollowOP einsetzt. Entgegenstehende Bedingungen der Nutzerin werden nicht Vertragsbestandteil.
2. Leistungsbeschreibung — reine Plattform
FollowOP ist eine technische Kommunikations- und Dokumentationshilfe für die prä-/postoperative Nachsorge (Tageschecks, optionale Wundfotos, Nachrichten, Hinweise/Warnzeichen, Evaluationen). Der Anbieter erbringt damit keine ärztliche, heilkundliche oder pflegerische Leistung und tritt nicht in ein Behandlungsverhältnis mit der Nutzerin ein.
Diagnose, Therapie, Aufklärung, Indikation, Notfallversorgung und alle medizinischen Entscheidungen liegen ausschließlich bei der Klinik bzw. den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Die App ersetzt keine Diagnose, keinen Notruf und keine persönliche Beratung. Der Anbieter schuldet keinen Behandlungserfolg und keine medizinische Richtigkeit klinikseitig konfigurierter Inhalte.
FollowOP ist derzeit keine zugelassene DiGA und kein eigenständiges therapeutisches Medizinprodukt im Sinne einer CE-gekennzeichneten Behandlungs-App.
3. Teilnahmevoraussetzungen und Annahme
Vor bzw. bei Nutzung der Patientinnen-App bestätigt die Nutzerin, dass sie:
- mindestens 16 Jahre alt und geschäftsfähig ist,
- von ihrer Klinik aufgenommen wurde bzw. einen gültigen Einladungscode besitzt,
- diese AGB und die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und akzeptiert hat,
- verstanden hat, dass FollowOP die ärztliche Betreuung unterstützt, aber nicht ersetzt.
4. Zugang
- Patientinnen melden sich per E-Mail-Einmalcode an (kein dauerhaftes Passwort).
- Praxismitglieder erhalten Zugangsdaten von der Organisation bzw. dem Plattform-Admin.
- Zugangsdaten, Codes und Geräte sind vertraulich zu behandeln. Verdacht auf Missbrauch ist der Klinik bzw. dem Anbieter unverzüglich zu melden.
- Der Anbieter kann den Zugang bei schwerwiegenden Verstößen oder Sicherheitsgründen sperren.
5. Pflichten der Nutzerinnen
- Angaben in Berichten und Nachrichten sollen wahrheitsgemäß und nach bestem Wissen erfolgen.
- Bei Notfällen, rascher Verschlechterung oder Warnzeichen ist die Hotline der Klinik bzw. der Notruf 112 zu nutzen — nicht allein auf die App zu vertrauen.
- Hochgeladene Fotos dürfen nur die eigene Nachsorge betreffen und keine Rechte Dritter verletzen; keine rechtswidrigen Inhalte.
- Die App soll auf privaten, aktuellen Geräten genutzt werden; Gerätezugriff durch Unbefugte ist zu verhindern.
6. Pflichten der Klinik / Organisation
Die Organisation ist alleinige Trägerin der klinischen Verantwortung und datenschutzrechtlich Verantwortliche für die Nachsorge-Datenverarbeitung im Behandlungszusammenhang. Sie stellt insbesondere sicher, dass
- nur berechtigte Personen Zugang haben und Hotline-/Notfallangaben aktuell sind,
- Fragebögen, Infomodule und Warnzeichen fachlich korrekt und patientenangemessen sind,
- datenschutzrechtliche Pflichten (inkl. AV-Vertrag mit dem Anbieter, soweit erforderlich) erfüllt werden,
- Aufnahme, Berichtigung und Löschung unter Beachtung ärztlicher Aufbewahrungspflichten erfolgen.
Die Organisation stellt den Anbieter sowie dessen Organe, Gesellschafter und Mitarbeitende von Ansprüchen Dritter frei, die aus klinischen Entscheidungen, medizinischen Inhalten der Organisation oder der Behandlung der Nutzerin entstehen, soweit gesetzlich zulässig und der Anbieter die Ansprüche nicht vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht hat.
7. Verfügbarkeit und Änderungen der Leistung
Der Anbieter strebt eine angemessene Verfügbarkeit an, schuldet jedoch keine unterbrechungsfreie Verfügbarkeit. Wartungen, Störungen oder höhere Gewalt können den Zugang vorübergehend einschränken. Der Anbieter kann Funktionen weiterentwickeln, soweit der Gesamtzweck der Nachsorgebegleitung erhalten bleibt.
8. Haftung und Haftungsausschluss
Zwingende gesetzliche Haftung (insbesondere Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit, Produkthaftung, Arglist) bleibt unberührt. Im Übrigen gilt:
- Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und begrenzt auf den vorhersehbaren, vertragstypischen Schaden.
- Keine Haftung — soweit gesetzlich zulässig — für medizinische oder klinische Folgen, Fehleinschätzungen, verspätete Notfallreaktionen, inhaltliche Fehler klinikseitig konfigurierter Module/Warnzeichen, Nutzerangaben oder Entscheidungen, die Nutzerinnen oder Kliniken (auch unter Nutzung der App) treffen.
- Keine Haftung für Datenverluste außerhalb zumutbarer Sicherungspflichten, für Verfügbarkeitslücken und für Störungen Dritter (Netzbetreiber, App Stores, Push-/Mail-Dienste, Hosting-Ausfälle außerhalb der Zumutbarkeit).
- Soweit gesetzlich zulässig, ist eine persönliche Haftung der Organe, gesetzlichen Vertreter, Gesellschafter und Mitarbeitenden des Anbieters gegenüber Nutzerinnen und Kliniken ausgeschlossen; Anspruchsgegner ist ausschließlich der Anbieter als juristische Person / Gesellschaft.
9. Datenschutz
Es gilt die Datenschutzerklärung. Einzelheiten zu Gesundheitsdaten, Speicherung außerhalb des Geräts, Empfängern und Betroffenenrechten sind dort geregelt.
10. Geistiges Eigentum
Software, Designs, Texte und Marken von FollowOP / INSIDE bleiben Eigentum des Anbieters bzw. seiner Lizenzgeber. Die Nutzerin erhält ein einfaches, nicht übertragbares Nutzungsrecht für die Dauer der berechtigten Nutzung. Reverse Engineering ist nur im gesetzlich zwingend erlaubten Umfang gestattet.
11. Laufzeit und Beendigung
Die Nutzung endet mit Abschluss der Nachsorge, Widerruf des Zugangs durch die Klinik, Löschung des Kontos nach Prüfung eines Löschantrags oder Sperrung durch den Anbieter aus wichtigem Grund. Nach Beendigung kann der Zugang zu Inhalten entfallen; gesetzliche Aufbewahrungspflichten der Klinik bleiben unberührt.
12. Änderungen der AGB
Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft anpassen, soweit dies erforderlich ist (z. B. Rechtslage, Sicherheit, Funktionsumfang). Wesentliche Änderungen können in der App erneut zur Bestätigung angezeigt werden (Version 2026-10-28-v3). Widerspricht die Nutzerin nicht und nutzt die App weiter, kann dies — soweit zulässig — als Zustimmung gelten; die App kann auch eine ausdrückliche erneute Zustimmung verlangen.
13. Schlussbestimmungen
Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts. Gerichtsstand für Kaufleute und juristische Personen ist Berlin, soweit gesetzlich zulässig. Gegenüber Verbraucherinnen bleiben zwingende Verbraucherschutzvorschriften unberührt. Sollten einzelne Klauseln unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen unberührt.